Ich bin ja sonst nicht der Mensch, der bei Jahresrückblicken mitmacht, aber diesmal muss es sein.
Rückblickend waren 2011 und 2012 eine Katastrophe, weshalb ich alle Hoffnungen in das letzte Jahr gesteckt habe. Man, hatte ich Angst. Angst, dass ich auch 2013 einfach nur abhaken möchte, es schnell vorbei gehen lassen will.

Aber 2013 war gut. Nein, es war großartig. Ich habe mich nicht unterkriegen lassen, weder vom Alleinsein noch von der gebrochenen Rippe. Planlos, ziellos ,aber vollgepackt mit Wünschen bin ich gestartet und das war genau richtig so. Ich habe nicht alle Wünsche erfüllen können, nicht alles geschafft, was ich wollte, aber vieles erlebt, was ich nicht erwartet habe.

Auch ins Jahr 2014 werde ich plan- und ziellos gehen. Aber mit Wünschen, die die ich dieses Jahr nicht erfüllen konnte und die, die neu dazu kamen. Ich freu mich drauf!

Meine grössten Erfolge sind wohl, dass ich gelernt habe allein zu sein und glücklich zu sein. Ich bin glücklich. Ich bin begeisterungsfähig. Ich bin weniger ängstlich. Das habe ich nicht allein geschafft. Dieses Jahr wurde ich von vielen tollen Menschen begleitet, die das Leben zu einer Party gemacht haben. (Ich zähle euch jetzt nicht auf, aus Angst jemanden zu vergessen, aber ihr wisst, dass ihr gemeint seid)

Danke für das Jahr 2013! Danke für das Lachen, das Reden, das Tanzen.

Mein Hassliebe zu Berlin ist bekannt. Und bei jedem Besuch wird es schlimmer. Ich freue mich immer wie Bolle auf Berlin, aber die Stadt tut mir nicht gut. Nach jedem Besuch bin ich griesgrämig und vergrabe mich.

Berlin ist ein komisches Gefühl. Die Stadt ist mir so vertraut, aber mittlerweile auch fremd. An jeder Ecke verstecken sich Erinnerungen. Erinnerungen, die lange her sind. So lang, dass ich mich nur noch an die Gefühle und nicht die Situation erinnern kann. Straßen, an deren Namen ich mich nicht erinnere, aber in mir alte Gefühle weckt. Das macht mich wahnsinnig.

Berlin ist für mich das Sinnbild eines Lebens, dass ich hinter mir gelassen habe. Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich damals war. Aber nach jedem Besuch haftet dieses alte Leben an mir wie Dreck. Jeder Besuch ist ein Besuch der Vergangenheit. Orte der Vergangenheit, Menschen der Vergangenheit, Gefühle dee Vergangenheit.

Und ich verliere den Bezug dazu. Den Bezug zu dieser Stadt, zu diesem alten Leben. Und eigentlich bin ich da froh drum.

Dieses Thema geht schon so lange in meinem Kopf herum, ich bin mir nicht mal sicher, ob ich darüber nicht schon mal gebloggt habe. Oder es nur vorhatte.

Ich habe Angst. Immer. Und vor Allem. Und bei Allem. Ich habe Angst im Job nicht gut genug zu sein, nicht alles zu geben. Ich habe Angst falsch wahrgenommen zu werden und so Missverständnisse aufkommen zu lassen. Ich habe Angst vor Entscheidungen, denn es könnten die falschen sein. Ich habe Angst zu leben.

Mitunter bringt diese Angst mich dazu, mich aus Allem zu entfernen. Mich zurückzuziehen. Es ist weniger ein Weglaufen, als ein Stehenbleiben und hoffen nicht wahrgenommen zu werden. Ich habe bisher noch nicht allzuviel verpasst, trotz meiner Angst. Aber ich lasse mir vielleicht Chancen entgehen, aus Angst. Angst vor dem, was passiert, wenn ich mein sicheres Gefilde verlasse.

Und auch jetzt hab ich Angst. Angst vor den Höhen, in die ich mich heute wagte. Angst davor, dass mein Körper nicht mehr mitmacht und ich in den Seilen hänge. Aber auch die Angst, vor dem, wie ich wahrgenommen werde. Angst, dass man entdeckt, wie langweilig mein Leben ist, weil ich es nicht wage etwas zu tun.

Und eigentlich ist diese Angst auch ok. Ich habe genug mitgemacht, um das zu schätzen, was ich habe und es nicht aufs Spiel zu setzen. Aber ich habe eben auch Angst vor der Angst. Dass sie mich vereinnahmt, mich auffrisst und ich irgendwann gar nicht mehr wage etwas zu tun.

Ich muss etwas gegen diese Angst tun.

Dann holen wir mal langsam die Einträge der letzten Tage nach.

Meine Katzen sind cute. Kleine Cuties. Auch wenn sie mir zwischendurch an die Kehle oder auf die Nerven gehen, ohne sie wäre ich nicht so, wie ich bin.

Ich muss es zugeben, ich lese kaum noch. Zuletzt las ich Alles, was wir geben mussten (Amazon). Ein nettes Buch, ein bisschen spannend aber ein Larifari-Ende. Das Ende eines Buches ist für mich das Wichtigste. Es kann das beste Buch der Welt sein, ein doofes Ende vergällt mir alles. So ist es mir mit Sofies Welt von Gaarder ergangen. Ich rege mich noch heute über das beknackte Ende auf.

Mir fehlt zum Lesen einfach die Zeit, beziehungsweise nehme ich sie mir nicht. Als Kind war ich ein Bücherwurm. Hausarrest kratzte mich nicht, da ich eh nur gelesen habe. Später habe ich im Bus oder im Zug auf dem Weg zur Schule oder Arbeit gelesen. Diese Stadt ist jedoch so klein, dass sich das Lesen unterwegs kaum lohnt. So lese ich ab und zu ein paar Sätze vor dem Schlafengehen und – schwupps – brauche ich für ein Buch ein paar Monate.

Die Straßen glühen. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Temperaturen über 30 Grad. Aber dann möchte ich ein See/ Meer, Sonnenschirm und ein Getränk mit Schirmchen.

Bei dem Wetter arbeiten ist ziemlich anstrengend, der Kopf ist matsch und ich bin absolut unkonzentriert. Denken ist nichts, was man bei über 30 Grad tun sollte.

Zur Erfrischung habe ich im Schlafzimmer das Fenster aufgemacht. Leider ist es draußen noch immer warm, es weht kein Lüftchen, aber dank der engen Gasse, in der ich wohne, sind die Geräusche der Straße so laut, als führe sie durch mein Schlafzimmer. Ich erkenne nach vier Jahren am Geräusch die Absatzhöhe von Frauen und ihren Betrunkenheitsgrad. Ich höre, dass anscheinend niemand vernünftig einparken kann, höre die Streits der Nachbarn unter mir und die Telefonate des Nachbarn gegenüber, als säßen sie alle in meinem Bett.

Ansonsten ist meine Straße eigentlich ganz cool. Eine im Kreis führende Einbahnstraße, die nur von Parkplatzsuchenden befahren wird. Und Studenten mit ihren, wirklich laut, klappernden Fahrrädern. Und Longboards. Und Skateboards. Und betrunkenen Menschen.

Ich bin so unruhig. Ich fühle mich, als würde sich ein Gewitter in mir zusammen brauen. Ich mag dieses Gefühl nicht. Ich suche überall nach Anzeichen für das kommende Unglück. Ich hoffe sehr, dass dieses Gefühl trügt. Es macht mich einfach wahnsinnig und lässt mich nicht schlafen. Dementsprechend kreisel ich grad eher durch den Tag. Ich fühle mich nicht wohl und ducke mich vorsorglich.

Ich glaube es liegt an meinem Verhalten in den letzten Wochen. Ich habe das Gefühl, ich benehme mich falsch. Laut, plump, frech. Dabei will ich so gar nicht sein. Ich verstehe nicht, warum ich mich selbst als so fremd empfinde, es gab keinen Auslöser. Ich möchte ein paar Tage Ruhe vor mir selbst. Um mich dann wiederzusehen, zu lächeln und zu sagen: Ja, das bin ich. Und das ist ok so.